Wisst ihr warum der 1. April für viele der Tag der Scherze und Streiche ist? Schließlich ist der April als Monat wohl eher für abwechslungsreiches Wetter bekannt und die Karnevalssaison längst zu Ende. Hier erfahrt ihr die Geschichte(n) des Aprilscherzes - und was wir schreiben ist garantiert kein Aprilscherz!
Der 1. April ist für viele Spaßkanonen der heiß ersehnte Tag, um witzige Späße mit Kollegen und Freunden zu machen. Selbst große Unternehmen wie Volkswagen machen mit und mussten sich deswegen schon rechtfertigen, wie bei der Meldung, der Konzern habe sich 2021 in den USA als Bekenntnis zur Elektromobilität in "Voltswagen" umbenannt. Diese Meldung wurde weltweit von der Presse für wahr genommen. Da viele Menschen schnell davon genervt sind, von allen Seiten mit mittelguten Witzen und schlechten Scherzen genervt zu werden, erzählen wir euch lieber, wie der 1. April überhaupt zum Scherztag wurde.
Woher kommt der Aprilscherz?
Es ist nicht eindeutig geklärt, welches Ereignis genau der Ursprung des Aprilscherzes ist. Einige Forscher sind sich allerdings sicher, dass der Aprilscherz seine Wurzeln bei uns in Deutschland hat. Dazu gibt es folgende zwei Theorien zum Ursprung: Der Augsburger Reichstag von 1530 und eine bayerische Quelle aus dem Jahr 1618.
Der Augsburger Reichstag von 1530 verfolgte neben der Beilegung des Religionsstreits auch das Ziel, das Münzwesen zu vereinheitlichen. Der Stichtag für diesen Wandel des Münzwesens war der 1. April, auf den damals viele Menschen spekulierten. Da dieser Tag schlussendlich nicht zum Wechseltag in ein einheitliches Münzsystem wurde, verloren viele Menschen ihr Geld und wurden von anderen dafür ausgelacht.
Eine weitere Vermutung über den Ursprung des Aprilscherzes geht auf eine Quelle aus dem Jahr 1618 zurück. Darin wurde erstmalig die Redewendung "jemanden in den April schicken" urkundlich erfasst. Diese findet sich in zahlreichen literarischen Werken wieder. So schreibt Goethe "Willst du den März nicht ganz verlieren, so lass nicht in April dich führen." und meint damit, man möge sich nicht übers Ohr hauen lassen!
Neben diesen Vermutungen steht aber auch eine Geschichte aus Frankreich zur Debatte.
Weitere Vermutungen
Eine weitere Spur, die ebenfalls ein heißer Kandidat für den Ursprung des Aprilscherzes ist, führt nach Frankreich. Karl IX. von Frankreich strebte im Jahr 1564 eine Reform des Kalenderjahres an. Dieses sollte nun nicht mehr am 1. April, sondern am 1. Januar beginnen. Diejenigen, die dennoch am 1. April das neue Jahr feierten wurden als Aprilnarren verspottet.
Den Aprilscherz gibt es überall
Auf der ganzen Welt leiden und erfreuen sich die Menschen am Aprilscherz. So gibt es im englischen Sprachraum den "Aprils Fools' Day", an dem die Menschen sich gegenseitig veräppeln. In Frankreich und Italien scherzt man dagegen nicht, sondern klebt sich einen Papierfisch auf den Rücken. Unterdessen wird in Lateinamerika und Spanien am 28. Dezember, dem Día de los Santos Inocentes (Tag der unschuldigen Heiligen), und nicht am 1. April gescherzt.
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