02. Februar 2022 – Johanna Grüter (deaktiviert)

Gehölzpathogenspürhund Benno

Eine Supernase für den Artenschutz

Australian Shepherd Benno aus Bohmte ist Gehölzpathogenspürhund. Gemeinsam mit seinem Halter Stefan findet er kranke Bäume und trägt somit zum Artenschutz bei uns in Niedersachsen bei. Antenne Niedersachsen-Reporterin Sarah Buletta hat die beiden besucht.

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Dass wir Menschen Hunden in Sachen Riechen meilenweit unterlegen sind, ist keine Neuigkeit. Dass man die Spürnasen allerdings auch für den Artenschutz einsetzen kann, ist hingegen kaum bekannt. Australian Shepherd Benno macht genau das! Er und sein Herrchen Stefan Meyerrose zeigen uns, wie sie Baum- und Tierleben retten!

So erschnüffelt Benno kranke Bäume

Benno und Stefan werden gerufen, wenn Bäume auf Krankheiten überprüft werden sollen. Dazu muss es einen Verdachtsbaum geben, bei dem bereits ein bestimmter Pilz vermutet wird. Vor der Suche zieht der Australian Shepherd sein rot-gelbes Geschirr an und bekommt eine lange Schleppleine angelegt. Danach steckt der Artenschutzsuchhund seine Supernase in die Geruchsprobe des im Verdacht stehenden Schädlings und dann geht's los!

Schaut man Benno bei seiner Arbeit zu, wirkt er sehr entspannt und gelassen. Stefan aber weiß, dass sein Hund konzentriert arbeitet und sich deshalb Zeit beim Schnüffeln lässt. Er folgt dem Spürhund mit der Leine in der Hand auf Abstand und lässt ihn schnüffeln, bis die Suche erfolgreich ist. Dann setzt sich Benno vor den Fund und signalisiert so den Pilzbefall. Danach bekommt er reichlich Lob und Leckerlis zur Belohnung. Besonders niedlich an der Arbeit von Benno und Stefan sind die Kommandos, die der Hund erhält. Er versteht nämlich nur Plattdeutsch, da Stefan mit der Sprache groß geworden ist.

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Benno eignet sich auch als biologische Baubegleitung für Abrissgebäude. Gibt es in den Bauwerken einen Verdacht auf Tiere, kann Benno bestätigen, dass sie dort hausen. Danach können die Fledermäuse oder Igel sicher evakuiert werden, bevor das Gebäude abgerissen wird. Die Arbeit mit dem Artenschutzsuchhund bewährt sich und ist sogar effizienter als eine Sichtung durch Experten. Noch hat das Team allerdings keine solcher Aufträge, da Stefan noch ein Personenzertifikat benötigt.

Wie wird ein Hund zum Artenschützer?

Benno ist momentan drei Jahre alt und hat bereits im Alter von sechs Monaten mit seinem Herrchen das Training zum Gehölzpathogenspürhund begonnen. Zunächst sollte Bennos Nase Stefan bei seiner Arbeit als Baumsachverständiger helfen und verschiedene schädliche Pilzarten an Bäumen erschnüffeln. Bennos Halter interessiert sich aber ebenso stark für den Artenschutz von Tieren, sodass der verschmuste Australian Shepherd mittlerweile auch Fledermäuse, Igel und Käfer aufspüren kann. Das ist mindestens genauso aufregend, wie Pilze an Bäumen zu finden!

Um den Junghund zum Spürhund auszubilden, startete Stefan mit einer Menge Marmeladengläser, Zahnpasta und Futter. Zunächst bestückte er drei Gläser mit Futter und gab in eines zusätzlich Zahnpasta hinzu. Bennos Aufgabe war es daraufhin, genau diese Geruchsmischung zu finden und anzuschlagen. Aus drei Gläsern wurden schrittweise 15 Stück und mehr, die nach Benutzung immer wieder heiß ausgespült werden mussten. Das sei bei so vielen Marmeladengläsern ein riesen Aufwand gewesen, erzählt der Baumsachverständige im Antenne Niedersachsen-Interview. Dennoch nahm er das Übungsequipment sogar mit in den Schweden-Urlaub, um dort mit seinem Vierbeiner trainieren zu können.

Mittlerweile sind die Marmeladengläser ausrangiert und das Üben in freier Natur steht im Fokus. Dafür fährt Stefan in unterschiedliche Waldgebiete und präpariert dort die Bäume mit Geruchsproben. Nach ein paar Tagen kehrt er bei Gegenwind mit seinem Vierbeiner zurück und lässt das Schnüffel-Ass die Fährte der mittlerweile verteilten Gerüche aufnehmen.

Um professionell arbeiten zu können, muss Australian Shepherd Benno eine zertifizierte Ausbildung absolvieren. Dabei geht es um ein Zertifikat, das Benno auszeichnet und ordentlich Geld kostet. Rund 10.000 Euro hat Stefan in das anerkannte Training gesteckt. Dafür musste er durch die gesamte Republik reisen und nahm schlussendlich das hart erarbeitete Zertifikat auf Schloss Otting in Bayern stolz entgegen.

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