03. September 2020 – Lea Biskup

Küchenabfälle sinnvoll verwerten

Zero Waste Kitchen

Kochen ohne Küchenabfälle - das verbirgt sich hinter der Zero Waste Küche. Wir geben euch Tipps, wie das Kochen ohne beziehungsweise mit möglichst wenig Küchenabfällen gelingen kann, inklusive toller Zero Waste-Rezepte.

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Foto: vladimirzuev - stock.adobe.com

Was heißt Zero Waste?

Ganz vereinfacht ausgedrückt bedeutet "Zero Waste" völlige Müllvermeidung, also "Null Müll". Ziel ist es, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn Müll, der gar nicht erst entstanden ist, muss nicht entsorgt werden. Ein Beispiel dafür ist der bei uns beliebte Coffee to go. Statt ihn in den Pappbecher füllen zu lassen, habt ihr euren eigenen Thermobecher parat.

Das Zero Waste-Konzept lässt sich dementsprechend auf ganz viele unserer Lebensbereiche übertragen. Wenn wir fünf Dinge berücksichtigen, schaffen wir es, weniger Müll entstehen zu lassen. Hilfe gibt's hierbei von den sogenannten "5 Rs".

Die 5 Rs

Refuse - Verzichten: Nehmt nur das, was ihr wirklich benötigt und lehnt alles andere ab, wie z. B. den Strohhalm im Getränk.

Reduce - Reduzieren: Hier ist ausmisten angesagt, denn weniger ist mehr. Trennt euch von Dingen, die ihr mehrfach besitzt oder nicht mehr benötigt und verschenkt sie an Menschen weiter, die eine Verwendung dafür haben.

Reuse - Wiederverwenden: Nutzt Mehrwegprodukte statt Einwegprodukte. Nutzt für euren nächsten Coffee to go einen Thermobecher etc. Zu dem Punkt "Reuse" zählt auch, Dinge zu reparieren bzw. reparieren zu lassen statt sie einfach wegzuwerfen. helfen können euch hier bspw. Repair-Cafés oder ihr sucht auf YouTube nach entsprechenden Erklärvideos.

Recycle - Recyceln: Alles, was ihr nicht wiederverwenden könnt, solltet ihr in den Recycling-Kreislauf geben. Wichtig: Da Recycling Ressourcen verbraucht, sollte es auf das Nötigste beschränkt werden.

Rot - Kompostieren: Wenn ihr Küchenabfälle nicht anderweitig verwenden könnt, kommen diese auf den Kompost. Tipp: Auch ohne Garten und in einer kleinen Küche könnt ihr kompostieren. Das funktioniert z.B. mit einem Wurmeimer oder Bukashi-Eimer.

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Foto: Monkey Business - stock.adobe.com

Zero Waste: Plastikmüll und Küchenabfälle

Der Zero Waste-Gedanke lässt sich auch auf Einkauf und Küche anwenden.

Um bereits beim Einkauf der Lebensmittel Verpackungsmüll zu sparen, bietet sich ein Einkauf auf dem Wochenmarkt oder in einem Lose-Laden an. In diesen Geschäften könnt ihr ganz viele Dinge des täglichen Bedarfs in den Mengen einkaufen, die ihr benötigt. Bringt dazu einfach eure eigenen Behälter mit und befüllt diese mit den Lebensmitteln und Mengen, die ihr benötigt. In vielen Lose-Läden könnt ihr euch auch Waschmittel oder Putzmittel in entsprechende Behältnisse abfüllen.

Natürlich könnt ihr auch im Supermarkt mit ein paar kleinen Tricks müllreduzierter einkaufen:

  • Kauft Obst und Gemüse, das nicht in Plastik verpackt ist.
  • Nutzt wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze für euren Einkauf statt der Hemdchentüten.
  • Steigt von Einweg auf Mehrweg um. Das geht nicht nur bei Getränken, sondern auch bei Milchflaschen und Joghurtgläsern
  • Nehmt eure eigenen Leinen- oder Jutetaschen zum Einkauf mit. So müsst ihr keine extra Tragetasche im Supermarkt kaufen.

Dank eines bewussten Einkaufs reduziert ihr aber nicht nur den Verpackungsmüll, sondern könnt auch eure Küchenabfälle verringern. Wir haben für euch 10 Tipps zusammengestellt, mit denen ihr weniger Essen verschwendet.

Klar ist, dass beim Kochen auch Abfälle anfallen, gerade bei Gemüse und Obst. Aber auch hier gibt es viele Möglichkeiten, zu reduzieren, was in der Tonne landet. Mit ein bisschen Kreativität und Experimentierfreude zaubert ihr ausgefallene Leckereien und schont damit gleichzeitig Umwelt und Geldbeutel! Ist das nicht toll?

Rezepte

Kartoffelchips

Wenn ihr das nächste Mal Kartoffeln zubereitet, sollte die Kartoffelschale nicht im Müll landen. Denn daraus könnt ihr ganz einfach könnt ihr ganz einfach Kartoffelchips herstellen.
Hinweis: Verwendet am besten Schalen von Bio-Kartoffeln und achtet darauf, dass ihr keine grünen oder keimenden Schalen verwendet. Dort die Solanin-Konzentration höher.

Ihr benötigt:

  • Kartoffelschalen
  • Gewürze nach Belieben (Salz; Pfeffer, Paprika, Chili, ...)
  • Olivenöl

So funktioniert's:

  • Bereitet ein Backblech mit Backpapier vor und legt die Kartoffelschalen darauf
  • Beträufelt sie mit etwas Olivenöl und würzt sie nach eurem Geschmack
  • Backt die Kartoffelchips bei 180 Grad (Umluft) für ca. 10 Minuten bis sie schön knusprig sind.

Kaffee-Peeling

Ihr seid Kaffeetrinker? Super! Denn dann könnt ihr aus dem übrig gebliebenen Kaffeesatz ganz einfach ein Peeling herstellen.
Hinweis: Stellt das Peeling möglichst immer frisch her und verwendet es zügig. Denn durch das Olivenöl bleibt der Kaffeesatz feucht. Wenn ihr das Peeling in einem geschlossenen Gefäß aufbewahrt, fördert das die Schimmelbildung.

Ihr benötigt:

  • 5 EL Kaffeesatz
  • 1-2 EL Olivenöl

oder

So funktioniert's:

  • Vermischt den Kaffeesatz mit dem Olivenöl bzw. Agavendicksaft und fertig!

Ihr habt Lust, noch mehr Lebensmittel zu retten?

Dann haben wir hier weitere spannende Artikel zu den Themen Lebensmittelrettung, Zero Waste und Mindeshaltbarkeitsdatum für euch!

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